Walter Benjamin

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Kennen Sie andere international bekannte deutschsprachige Personen, die in Spanien leben oder gelebt haben?

Von Jose Ignacio Zuazu Moneo – 2. NA

Walter Benjamin ruht in Port Bou (1892 – 1940)

Ich möchte euch über W. B. berichten, weil er eine besondere Beziehung mit Spanien hat. Tatsächlich gibt es heutzutage eine fast ununterbrochene Pilgerfahrt zum kleinen katalanischen Dorf, wo unsere Berliner Schriftsteller begraben liegt.

W. B. war deutscher, konkret Berliner, Schriftsteller und Philosoph und als einer der wichtigsten Literaturkritiker der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts betrachtet.

Er wird am Ende des neunzehnten Jahrhundert in Berlin geboren. Seine Familie war eine wohlhabende kultivierte jüdische Familie, die als Antiquitäten- und Kunsthändler tätig waren.

Benjamin verbringt seine Kindheit überwiegend in Berlin. Seine Erinnerungen an diese Zeit sind in der “Berliner Kindheit um Neunzehnhundert” festgehalten, die als eine der schönsten autobiografischen Schriften des 20. Jahrhunderts und zugleich eine Schlüsselfigur der Moderne betrachtet wird.

Benjamin studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg und Berlin. Als sensibler und romantischer Junge engagierte er sich in der deutschen “Jugendbewegung”. Diese Bewegung fing mit den Wandervögeln an – einem jungen Verein wie die Boy Scouts – und wurde später eine Kulturbewegung, eine idealistische und romantische Bewegung. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahmen aber viele von ihnen fast 25.000 Mitglieder eine zunehmende Kriegsbegeisterung ein, und das führte Benjamin zum Bruch mit seinen Kollegen.

1917 heiratete er und fuhr weg in die Schweiz, um von einer drohender Einberufung zum Militär zu entrinnen. In Bern promovierte er über “Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik”.

Nach dem Krieg kam Benjamin zurück nach Berlin. Von 1921 bis 1933 lebte er auch in Frankfurt, Paris und sogar besuchte er Ibiza, wo er den Sommerurlaub verbrachte. In Frankfurt versuchte er sich zu habilitieren, aber seine Habilitationsschrift wurde von dem Lehrkörper für zu unorthodox gehalten. Das ist sehr sonderbar, weil diese Doktorarbeit heutzutage in allen geisteswissenschaftlichen Fakultäten jedoch untergesucht wird. Sein Titel ist “Ursprung des deutschen Trauerspiels”.

Benjamin besuchte auch Moskau, um die kommunistische Bewegung kennen zu lernen. In Paris arbeitete er an der Übersetzung der Werke von Marcel Proust. Und in Berlin arbeitete er mit seinem Freund Bertold Brecht für den Rundfunk.

1932 beginnt Benjamin an einem Buch über seine Kindheit und Jugend zu arbeiten, das trägt zunächst den Titel Berliner Chronik und dann Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwingt Benjamin kurz darauf Deutschland zu verlassen. Diese Erinnerungen werden gerade deshalb als eine Rückblick auf seine frohe Kindheit durch die Schatten des Exils beschrieben.

Von da an bis 1939 lebte und arbeitete er in Paris, wo viele Intellektuelle und Künstler versuchten gegen den zunehmenden Faschismus zu kämpfen. Als Jude und marxistischer Intellektueller wurde von der Gestapo verfolgt, und Benjamin versuchte nach Amerika durch Spanien zu fliehen.

Und endlich kommen wir in Portbou an, ein kleines katalanisches Dorf, das in der Nähe von der französischen Grenze am Meer liegt.

Dieser idyllische stille Winkel der Mittelmeer war damals nach dem spanischen Bürgerkrieg fast zerstört. Benjamin befand sich da zwischen Frankreich und Spanien, zwischen der Gestapo und der frankistischen spanischen Polizei. Er fühlte sich verloren und nahm sich in der Nacht vom 26. auf dem 27. September 1940 durch Morphium das Leben.

Und dort, höher als der Horizont und mit Blick auf das Meer, ruht Walter Benjamin. Viele Leute, die als Pilger dorthin kommen, setzen Steinchen auf seinem Grab ab. (Das ist eine jüdische Sitte).

Grab Walter Benjamins

Und da wurde von der Generalitat und dem Deutschen Staat ein Mahnmal errichtet, wo Dani Karavan, ein jüdischer Architekt, sein Werk “Passagen” gebaut hat, nämlich eine herabsteigende Treppe, die durch einen Tunnel zu dem Meer hinuntersteigt und sich gegen den Felsen schlägt. Ist das ein Symbol der hoffnungslosen Strecke der Verfolgten?

Walter Benjamin wollte das Leiden der Opfer an die Öffentlichkeit bringen, und nicht nur das Leiden der jüdischen Opfer sondern auch das von allen, die die Geschichte entlang Verfolgungen erlitten haben.

Ich kann die Gedanken von Walter Benjamin auf keinen Fall zusammenfassen, aber ich habe einen Satz in dieser Hinsicht gefunden:

“Froh zu sein bedeutet sich selbst ohne Angst fühlen zu können”.

Eine Antwort

  1. Así que „höher als der Horizont“……man muss ja alles im Griff haben, um „deine musikalischen Hintergründe“ zu verstehen. Schöner Satz und interessanter Bericht, wie immer.
    Wir sehen/lesen/hören uns…

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